Fachveranstaltung „Betonsanierung - Fassaden - Haustechnik“

Den Herbst nutzen und sich fit machen für die nächste Verwaltersaison 2007 – so dachten 80 Kollegen und folgten der Einladung der VdIV Servicegesellschaft Mitteldeutschland zur Fachveranstaltung am 6. Oktober nach Leipzig Wachau.

Unter der großen Überschrift „Instandhaltung – Instandsetzung – Betonsanierung – Fassaden – Haustechnik“ hatte die VdIV Servicegesellschaft Mitteldeutschland zusammen mit dem Vorstand des Verbandes der Immobilienverwalter Sachsen eine interessante Mischung an Themen und Referenten zusammengestellt. Die Fachvorträge wurden in zwei Arbeitsgruppen angeboten. So konnte jeder Teilnehmer den Schwerpunkt ganz nach seinen Interessen setzen.

Nach einer erfrischenden Begrüßung am frühen Morgen durch Dr. Joachim Näke, Vorstandsmitglied des Verbandes des Immobilienverwalter Sachsen, informierte Dipl.-Ing. Susanne Gieler-Breßmer in einem ersten gemeinsamen Fachvortrag für alle Anwesenden über die Bedeutung einer systematischen Instandhaltungsplanung für den Verwalter. Vor dem Hintergrund des § 27 WEG, wonach der Verwalter verpflichtet ist, ordnungsgemäße Instandhaltung und Instandsetzung für die ihm anvertrauten Gebäude zu organisieren, ist es immer noch verwunderlich, dass eine systematische Instandhaltungsplanung bei Immobilienverwaltern in den seltensten Fällen anzutreffen ist.

In dieser Weise an ihre Verwalterpflichten erinnert, konnten sich die Anwesenden dann für eine der beiden Arbeitsgruppen entscheiden. In Arbeitsgruppe 1 lag der Schwerpunkt ganz eindeutig bei der Beton- und Fassadensanierung. Dipl.-Ing. Siegfried Werner erläuterte in seinem Vortrag sehr anschaulich Methoden, Wirkung und Kosten der Rissverpressung.


Bilder der Veranstaltung:




Dem leidigen Thema der Instandsetzung von Balkonen muss sich wohl jeder Verwalter früher oder später einmal stellen. Insoweit hatte Dipl.-Ing. Hagen Lehmann von der stoCretec GmbH keine Aufmerksamkeitsprobleme bei seinen Zuhörern, als er nach der Mittagspause zu diesem Thema referierte. Kurz und anschaulich war zu erfahren, welche Regelwerke zu beachten sind, wo typische Planungs- und Ausführungsfehler liegen können, so dass der Verwalter eine Balkoninstandsetzung hoffentlich niemals ohne einen entsprechenden Fachplaner durchführt.

In ihrem zweiten Vortrag ging Dipl.-Ing. Susanne Gieler-Breßmer dann ganz spezifisch auf Instandsetzungs- und Schutzmaßnahmen bei Schäden an Stahlbetonbauwerken ein. Spätestens beim Thema Tiefgaragen sah sich jeder der Anwesenden auch hierzu wieder mit im Boot.

In Arbeitsgruppe 2 waren die Themen Wasser, Abwasser und Haustechnik der inhaltliche Schwerpunkt. So informierte Wolfgang Esser ganz praktisch über Pflichten und Handlungsmöglichkeiten des Immobilienverwalters beim Auftreten von Rost im Trinkwasser.

Wiederum mit Pflichten des Verwalters sah sich diese Arbeitsgruppe dann beim Vortrag nach dem Mittagessen zur Prüfung elektrotechnischer Anlagen in Wohn- und Gewerbeobjekten konfrontiert.

Insbesondere Dipl.-Ing. Torsten Schulz, Öffentlich bestellt und vereidigter Sachverständiger für Kanalinspektion und -sanierung, gelang es dann in seinem Vortrag noch einmal, die Zuhörer durch seine in gleicher Weise unterhaltsame wie fachlich fundierte Art zu begeistern. Auch bei seinem Thema „Grundstücksentwässerung – Planung, Wartung und Sanierung“ kommt einer vom Verwalter zu organisierenden systematischen Bestandsaufnahme und -bewertung bereits eine erhebliche Bedeutung zu.

Höhepunkt der Kaffeepause am Nachmittag war die Tombola am Stand der Minol Messtechnik GmbH. Drei glückliche Gewinner konnten sich über attraktive Preise freuen.

Auch nach der Kaffeepause wurde noch einmal richtig gearbeitet. Allen Kollegen gemeinsam vermittelte Dipl.-Ing. Gieler-Breßmer ganz konkret, wie der Verwalter eine Instandhaltungs- und Instandsetzungsplanung erstellt.

Zur Vorsicht mahnend, aber nicht entmutigend, war dann der abschließende Vortrag von RA Heinz G. Schulze über die Haftungsrisiken des Immobilienverwalters bei Instandhaltungs- und Instandsetzungsmaßnahmen. Zu den Stichworten Unterlassungen entgegen gesetzlicher oder vertraglicher Pflichten, Pflichtverletzungen bei Abnahme und Fehler bei der Geltendmachung von Gewährleistungsansprüchen wurden alle Kollegen noch einmal an die Tücken der Baudurchführung erinnert.

Bei einem Glas Sekt und musikalischer Umrahmung durch den Männerchor Eula endete eine hochkarätige Fachveranstaltung, zu deren Gelingen nicht zuletzt die insgesamt 13 Fachaussteller beitrugen, bei denen sich die VdIV Servicegesellschaft Mitteldeutschland als Veranstalter und der Vorstand des Verbandes der Immobilienverwalter Sachsen von dieser Stelle aus noch einmal herzlich bedanken.

Th. Hobrack, VDI Sachsen